Sportstättenentwicklungsplan: Demografischen Wandel neu buchstabieren!

17. März 2016  Sport

Rede von Ralf-D. Lange zum Tagesordnungspunkt 1.10 „Sportstättenentwicklungsplanung – Sportstättenbedarfsberechnung für den Fußballsport 2016“ auf der Ratssitzung am 17.03.2016

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
meine Damen und Herren,

Ralf-D. Langein den Sportstättenentwicklungsplan und besonders in die Sportstättenbedarfsberechnung für den Fußballsport, über die wir heute entscheiden, ist sicherlich viel gute und qualifizierte Arbeit gesteckt worden. Das wollen wir gar nicht anzweifeln, vielen Dank dafür an die Verwaltung.

Allerdings stammt das erhobene Zahlenmaterial aus den vergangenen Jahren und wir sind der Meinung, dass es damit leider hinfällig geworden ist. Früher wurde jede Schließung von Freizeitangeboten oder Schulen in der Stadt mit dem lapidaren Hinweis auf den demografischen Wandel begründet. Demografischer Wandel, das war das Zauberwort für Kürzungen und Abbau von Leistungen. Wir sehen in der jetzigen Situation, was die Schulschließungen von damals im Augenblick für Konsequenzen haben. Wir könnten nämlich viel mehr Schulen gebrauchen statt weniger.

Und vor diesem Hintergrund müssen wir den demografischen Wandel heute ganz neu buchstabieren. Wir wissen zwar noch nicht genau, wie groß der Bevölkerungszuwachs in Bochum sein wird und für welchen Zeitraum wir planen müssen – was wir aber zum jetzigen Zeitpunkt schon ganz genau wissen ist, dass die Bochumer Bevölkerung aktuell wächst. Und da brauchen wir eher mehr als weniger Freizeitangebote, eher mehr als weniger Fußballplätze.

Das gilt besonders, zumal in den Sport- und Fußballvereinen zum größten Teil eine hervorragende Integrationsarbeit geleistet wird. Wie zum Beispiel auch beim FC Italia, der übrigens nicht nur allein die Plätze am Ümminger See in Bochum Ost bespielt. Wahnwitzigerweise gehört der Platz übrigens zu einem der besten und gepflegtesten in gesamten Bezirk, wie Experten versichern – und gerade er soll aufgegeben werden. Verrückte Welt!

Wir sind also nicht nur aus grundsätzlichen Überlegungen gegen einen Abbau der öffentlichen Infrastruktur, sondern wir sagen ganz konkret in dieser Situation, dass wir heute auf der Grundlage veralteter und nicht aktueller Zahlen der Schließung von jeweils einem Fußballplatz pro Bezirk zustimmen würden. Das wäre das Gegenteil von vorausschauender und zukunftsorientierter Planung und daher lehnen wir diesen Antrag ab.

Ich danke Ihnen.